Interview mit Liz: “Salta, la linda”, Argentinien-Reise
MPT: Hallo Liz! Heute möchten wir mit dir über ein sehr bekanntes Ziel in Argentinien sprechen: Salta in Argentinien. Was kannst du uns über diese Stadt erzählen?
Liz: Salta! Ja, das ist eine wunderschöne Stadt. Man sagt zu Salta auch “Salta, La Linda”. Sie heißt nicht nur so, weil der Name der Stadt von dem Ayamara-Wort “sagta” abstammt, was so viel heißt wie “die Wunderschöne”, sondern weil es auch eine Stadt ist, die die Hinterlassenschaften der Inkas, der Kolonialzeit und der kreolischen Kultur auf‘s Beste miteinander verbindet und wunderschöne Panoramen bietet.
MPT: Wo genau befindet sich Salta, La Linda eigentlich und wie reist man am besten dahin?
Liz: Salta befindet sich im Nordosten Argentiniens, im „NOA“, wie man es in Argentinien kurz sagt. Die Provinz liegt an der Grenze zu drei Ländern: Bolivien, Chile und Paraguay. So kann man Salta einfach per Bus aus allen möglichen Richtungen auch aus den angrenzenden Ländern erreichen. Der Busterminal liegt nur unweit vom Zentrum entfernt. Salta hat aber auch einen internationalen Flughafen, sodass man auch Direktflüge hierher bekommt, ohne jedes Mal über Buenos Aires fliegen zu müssen.
MPT: Was erwartet uns in der Stadt Salta?
Liz: In der Altstadt sieht man gleich erst mal das Rathaus und die Kathedrale, die nachts herrlich angeleuchtet wird und ein tolles Fotomotiv abgibt. Was mir immer noch im Gedächtnis geblieben ist, ist die Kirche San Francisco, die nur ein paar Schritte vom Hauptplatz entfernt liegt. Am Plaza Principal, dem Hauptplatz von Salta, befindet sich das Museo de Arqueología de Alta Montaña. Ein Besuch hier lohnt sich auf jeden Fall, denn hier werden drei Mumien ausgestellt. Es sind die Körper von drei Kindern, die auf dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco, in 6.700m Höhe gefunden und vor mehr als 500 Jahren während der Inka-Herrschaft, kurz vor Ankunft der Spanier geopfert wurden. Naturliebhaber sollten unbedingt den Hügel Cerro San Bernardo besuchen, auf den eine Seilbahn hinaufführt. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht über die Stadt und man kann auch zu Fuß zurück in die Stadt gehen, der Weg führt bis zum Hauptplatz.
MPT: Was kann man am Abend am besten unternehmen?
Liz: Ganz typisch für die Stadt sind Folklore-Bars, die peñas folklóricas. Die bekannteste davon ist die Peña Balderrama, in der Straße Jr. San Martin, im Häuserblock 11. Die Preise hier sind etwas höher als anderswo und der Laden ist voller Touristen, weil er eben auch überall angepriesen wird, aber es lohnt sich, einen Abend hier zu verbringen. Die meisten Lokale in Salta, die Folklore-Shows bieten, nehmen Eintritt. Aber man kann einfach Salta nicht wieder verlassen, ohne einmal in so einer Bar gewesen zu sein und die typischen empanadas salteñas, die Empanadas aus Salta, tamales oder humitas probiert zu haben. Tamales sind ein in Maisblättern gegarter Maisteig und kann Hähnchenfleischstückchen oder andere Fleischarten enthalten. Sie werden im ganzen Nordosten des Landes gegessen. Humitas sind ganz ähnlich wie Tamales, nur dass der Teig in den Maisblättern meist aus Kartoffeln, Mais und Ziegenkäse besteht. Tamales und Humitas gibt es auch hier in Peru, aber jedes Land und jede Region hat ihre eigene Zubereitungsweise. In Salta waren sie jedenfalls sehr lecker! Typisch hier ist auch ein Eintopf aus Lamafleisch, guiso de carne de llama, oder sorrentinos, kleine Teigtaschen, die an Ravioli erinnern und mit Ziegenkäse gefüllt sind.
MPT: Das hört sich ja sehr verlockend an! Kann man in Salta auch gut ausgehen?
Liz: Ja, klar! Für die Freunde der Nacht hält die Balcarce-Straße so einiges bereit. Um den Bahnhof herum gibt es viele Bars, Kneipen und peñas folklóricas, wo man die Nacht beginnen kann. Wenn man danach noch in eine Disco weiterziehen möchte, sollte man daran denken, dass es hier erst sehr spät losgeht. Als ich damals in Salta war, war dies gerade die erste Stadt, die ich in Argentinien besucht hatte. Von Peru her kenne ich es so, dass man gegen 23 Uhr in die Discos geht. Also bin ich wie gewohnt losgezogen und dachte, die Diskotheken wären schon gut gefüllt…falsch gedacht! Die Diskotheken hatten zu dieser Zeit gerade erst mal ihre Pforten geöffnet und gefüllt hat sich der Club erst ab 2Uhr!
MPT: Wie sind die Unterkünfte in Salta so?
Liz: Da ich gerade meinen Geburtstag in Salta verbrachte, habe ich mich entschieden, eine schöne Unterkunft zu wählen und habe mir ein tolles Boutique-Hotel herausgesucht, das sehr zentral gelegen war und von wo aus man alles bequem zu Fuß erreichen konnte. Salta ist eine Stadt, die internationale Touristen aus allen Herrenländern anzieht. Deshalb hat die Stadt auch alle Arten von Unterkünften zu bieten, von Camping-Plätzen, über Backpacker Hostels, Mittelklassehotels bis hin zu 5-Sterne-Hotels.
MPT: Was kann man rund um Salta alles sehen? Gut, ein Ausflugsziel ist sehr bekannt, der Tren a las Nubes – der Zug in die Wolken.
Liz: Klar, der Tren a las Nubes! Das ist ein Muss, wenn man hier ist. Aber es gibt noch viel mehr zu sehen! Die Landschaft um Salta ist saftig grün und bietet viele Erlebnisse draußen in der Natur.
MPT: Aber erzählt uns erst mal etwas über den Zug. Warum heißt er so?
Liz: Der Tren a las Nubes fährt auf solche Höhen hinauf, dass es oft passiert, dass unter den Brücken oder an den Felswänden der Schluchten Wolken hängen. Der Zug fährt in der Station General Belgrano in Salta in 1.187m Höhe ab. Man fährt am Valle de Lerma vorbei, bekommt einen Einblick in die Quebrada del Toro bis man dann Puna in 4.200m über dem Meeresspiegel erreicht. Der Zug legt insgesamt hin und zurück 434km in etwa 15 Stunden zurück. Man überquert und durchfährt dabei 29 Brücken, 21 Tunnel, 13 Viadukte, 2 spiralförmige Kurven und 2 Zickzack-Wendestellen. Diese Zugstrecke zählt unter die drei höchsten der Welt. Der Zug begibt sich auf die schwindelnden Höhen der Andenkordillere und durchfährt dabei spektakuläre Landschaften. Diese Fahrt ist zweifelsohne eine einmale Erfahrung.
MPT: Und fährt der Zug jeden Tag?
Liz: Gut, dass du das fragst, denn die Zugfahrt muss man etwas planen. Der Zug verkehrt zwischen dem 15. Dezember und der ersten Aprilwoche gar nicht, dann ist Regenzeit in den Anden. Das restliche Jahr über fährt er, aber auch nur an bestimmten Tagen. Er fährt fast jeden Freitag, an einigen Samstagen und Dienstagen. Im Monat Juli gibt es die meisten Tage, an denen er fährt. Auf jeden Fall sollte man vorher in einer Reiseagentur oder in der Touristeninformation nachfragen, ob der Zug fährt, wenn man seinen Aufenthalt in Salta plant bzw. seinen Besuch am besten danach richten.
MPT: Du sagtest, es gäbe noch viele weitere Ziele in der näheren Umgebung von Salta?
Liz: Ja, stimmt! Zum Beispiel die Quebrada de San Lorenzo, die nur 5 Kilometer von der Stadt entfernt liegt. Dort verbringen die salteños gerne ihre Wochenenden. Es gibt dort viele Campingplätze und auch Hotels für jeden Geschmack. Es ist ein Ausflug ins Grüne. Oder man fährt nach Cachi. Wenn Sie nicht viel Zeit haben und zwischen verschiedenen Touren wählen müssen, ist dies hier eine der besten! Cachi ist eine kleines, wunderschönes pittoreskes Dörfchen, das sich mitten im Valle Calchaquí befindet. Es befindet sich etwa 157km von Salta entfernt. Die Quebrada del Toro ist die Schlucht, die man mit dem Tren a las Nubes durchfährt. Man kann dieselbe Tour, die der Zug abfährt, auch mit dem Auto unternehmen. Die Straßenverhältnisse sind gut auf dieser Strecke, rund 70% der Strecke sind asphaltiert. Nur um San Antonio herum muss man vorsichtig fahren, dort ist die Straße schon sehr holprig. Viele ziehen es vor, diesen Ausflug mit dem Auto zu machen, weil man dann auch nicht so lange unterwegs ist. Auf der ganzen Strecke hin und zurück spart man mit dem Auto 4 Stunden Zeit ein.
MPT: Wow, das hört sich jedenfalls alles echt spannend an und ich hab schon mal Lust bekommen, als nächstes nach Salta zu reisen! Danke dir, Liz, für dieses aufschlussreiche Interview!
Liz: Klar, gerne doch! Ich freu mich auf’s nächste Mal!
Zusätzliche Informationen:
Abfahrtszeiten “Tren a las Nubes”:
Abfahrt in Salta: 7:05 Uhr
Ankunft in Salta: 23:48 Uhr
Ticketpreise:
Erwachsene (ausländische Touristen): ca. 150 EUR
Kinder unter 13 Jahren: ca. 110 EUR
Im Preis enthalten: Frühstück und Snack am Nachmittag. Das Mittagessen ist nicht im Preis enthalten.







WOW
Was für tolle Fotos, und ein Perfekt geschriebenes Artikel.
Mich würde aber noch Interessieren, was das ganze für Inländische Touristen Kostet.
LG
Pingback: Salta und Humahuaca: Koloniale Architektur und atemberaubende Landschaften | Südamerika-Reiseblog