Interview mit Liz: Salar de Uyuni in Bolivien

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Salar de Uyuni

MPT: Hallo Liz, eine deiner Reisen führte dich an den Salzsee Uyuni oder Salar de Uyuni, wie er auf Spanisch genannt wird. Welche Reise war das und wie bist du darauf gekommen?

Liz: Das war auf einer Reise durch Bolivien und Argentinien. Viele Freunde hatten mir bereits davon berichtet und ich wollte dann auch unbedingt dorthin.

MPT: Wann ist die beste Reisezeit, um den Salzsee zu besuchen?

Liz: Die beste Zeit ist zwischen April und November. Das ist die Trockenzeit. In dieser Zeit sind die Farben der umliegenden Lagunen, der Laguna Verde und der Laguna Colorada, viel intensiver. Der Salzsee liegt dann wie ein riesiger Spiegel da. In der Regenzeit, zwischen Dezember und März, bilden sich jedoch wiederum Salzkristalle und –figuren und das Salz wird fest. Man kann es dann auch in die Hand nehmen.

MPT: Uyuni ist ja der größte Salzsee der Welt. Wie groß muss man sich das vorstellen und was kann man dort noch alles sehen?

Liz: Nun, das Gebiet nimmt eine Fläche von ca. 1200m² ein. Und der See ist eigentlich auch kein See mehr, da es fast kein Wasser dort mehr gibt. Es ist vielmehr eine Salzwüste. Aber bleiben wir bei der Bezeichnung Salzsee, denn das war es ja mal. Die weiße Fläche ist jedenfalls riesig und alles ist weiß. Deshalb gibt es einem den Eindruck, als ob man sich im Himmel befände und als Engel über die Wolken schwebe. Der See an sich ist weiß durch das Salz, der Sand ringsherum ist auch weiß, der Himmel über einem ist azurblau: dies allein ist ein unglaublicher Anblick. In der nahen Umgebung liegen die eben schon erwähnten Lagunen, die durch ihre Farben hervorstechen. Außerdem kann man am Salzsee ein Museum besuchen, das früher ein Salzhotel war. Betten, Stühle und Tische sind hier aus Salz. Eine witzige Idee.

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Salar de Uyuni

MPT: Wie erreicht man den See am besten?

Liz: In Uyuni gibt es keinen Flughafen. Deshalb reist man am besten über Nacht mit dem Bus aus La Paz an (ca. 14 Std.) oder man fährt mit dem Bus von La Paz nach Oruro (etwa 4 Std. von La Paz) und fährt von dort aus mit dem Zug weiter nach Uyuni. Der Zug fährt jedoch nicht jeden Tag ab und manchmal fährt er sogar wochenlang nicht. Deshalb sollte man sich vorher unbedingt erkundigen. Den Salzsee erreicht man dann nur im Jeep und am besten in organisierten Touren (5-6 Pers.) mit einem Fahrer, der die Strecke kennt. Ansonsten kann man sich leicht verirren.

MPT: Wie und wo bucht man die Touren als unabhängiger Reisender? Und wie viel kostet eine Tour in etwa?

Liz: Man kann z. B. eine 3-Tagestour buchen, bei der man mit einem Fahrer und Tourguide in einem verschiedene wunderschöne Ziele ansteuert. Die günstigste und einfachste Variante ist die mit einem spanischsprachigen Fahrer, allerdings findet man gegen Aufpreis auch englischsprachige Tourguides. Eigentlich sind hier nicht unbedingt viele Erklärungen durch einen Tourguide nötig. Die Orte sprechen für sich: die Landschaften, die Farben, die Lichtreflexion der Sonne auf dem Salz, dieses intensive Farbspiel der Natur sind Erklärung genug.

MPT: Gibt es deutschsprachige Reiseführer vor Ort?

Liz: Leider gibt es hier keine deutschsprachigen Reiseführer. Wenn man dennoch einen wünscht, muss dieser aus La Paz oder einer anderen Stadt in Bolivien mitgebracht werden.

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Laguna Colorada

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Laguna Verde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MPT: Gibt es etwas, worauf man achten sollte, wenn man den See besucht?

Liz: Tagsüber kann man T-Shirts und Shorts tragen, für den Abend sollte man sich jedoch unbedingt eine Jacke mitnehmen. Vor allem weil die Tour am dritten Tag schon am frühen Morgen startet und die Kälte hier nicht zu unterschätzen ist. Man sollte sich auch gutes Schuhwerk mitnehmen. Zwar können sie vom Salz weiß werden, aber das lässt sich danach einfach wieder abwaschen. Ach ja, natürlich darf man die Badesachen und Badeschuhe für die Thermalbäder nicht vergessen!

MPT: Wo übernachtet man auf dieser Tour?

Liz: Nun, die traditionelle Variante ist die Übernachtung in sogenannten Lodges in Mehrbettzimmern. Es gibt auch Hotels mit privaten Zimmern, allerdings sind die verhältnismäßig teuer.

MPT: Wie viele Tage braucht man, um den Salzsee zu besuchen?

Liz: Um den Salzsee richtig genießen zu können, empfehle ich eine 3-Tagestour, die bis nach San Pedro de Atacama in Chile geht und nach Uyuni zurück.

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Liz am Salar

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festgewordenes Salz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MPT: Welche Tipps kannst du den Reisenden geben?

Liz: Für den ersten Tag, wenn man den Salzsee besucht, empfehle ich, sich unbedingt verschiedene kleine Dinge wie kleine Lkws, Puppen oder ähnliches mitzunehmen, die man auch noch in Uyuni kaufen kann. Damit kann man auf Grund der reflektierenden Sonne auf dem Salz lustige Bilder machen, auf denen der kleine Gegenstand riesig und die Person im Hintergrund ganz winzig erscheint. Hier kann man ganz besondere Erinnerungsfotos knipsen.

In der ersten Nacht, die man am Salar verbringt, sollte man unbedingt nachts rausgehen und den Sternenhimmel hier genießen. Es erstreckt sich ein unglaubliches Himmelszelt über einem mit so vielen Sternen wie sie mancher noch nie gesehen hat. Eine romantische Sache, wenn man als Pärchen unterwegs ist.

Beim Mittagessen sitzt man auf Stühlen aus Salz. Dabei sollte man lieber etwas unterlegen, um keinen weißen Hintern zu bekommen.

Am letzten Tag, wenn man die Geysire besucht, kann man ganz witzige Fotos machen und Videos drehen, die am Ende aussehen, als wären sie direkt auf dem Mond oder auf dem Mars aufgenommen worden, mit Kratern auf dem Boden, aus denen Rauch aufsteigt.

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Thermalbäder

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Landschaften wie auf dem Mond

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MPT: Gibt es irgendwelche negativen Sachen zu berichten?

Liz: Wenn die Dienstleistungen hier durchgehend auch nur sehr einfach sind und es kein heißes Wasser gibt, ist es die Erfahrung doch wert. Sicher ist dies keine Luxusreise, sondern eine Abenteuerreise. Aber genau das macht es so besonders, weil man die Welt hier mit anderen Augen sieht und das Schöne im Einfachen findet.

MPT: Gibt es sonst noch etwas hinzuzufügen?

Liz: Nun, Bolivien hat viele Besonderheiten zu bieten. Nein, das stimmt nicht…Es ist einfach besonders! Bolivien an sich ist ein einfaches Land, das einen „zwingt“, das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Was hier wichtig ist, ist nicht der Komfort und Luxus, sondern das, was du mit deinen eigenen Sinnen spürst. Das Sehen wird dabei am meisten gefordert. Denn die Landschaften, die man auf dieser Tour sieht, rauben einem den Atem. Deshalb empfehle ich allen, den Salar de Uyuni zu besuchen.

MPT: Vielen Dank, Liz, für dieses tolle Interview!

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...auf dem Weg zum und vom Salzsee

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Unendliche Weiten...

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